Gilla hat es endlich geschafft! Die Liebe hat ihr alles genommen, sie ist finanziell ruiniert, und als sie schon kein Licht mehr am Ende des Tunnels sieht, kommt sie dem schönen, reichen Richard Beckstein näher. Schon bald wird sie seine Frau. Als Frau Beckstein toleriert sie all seine Launen und ist mit nichts anderem beschäftigt, als ihm das Leben an ihrer Seite so schön und harmonisch wie möglich zu gestalten und ihm, wann immer es nötig ist, die nötige Portion Zucker in den Hintern zu blasen. Wenn nur nicht die vielen Störfaktoren wären, die nach Gillas Auffassung wie ein Schwarm lästiger Schmeißfliegen über ihr neues Glück herfallen, nur mit dem einen Ziel, ihr ihren Richard wegzunehmen. Sie hat keine Wahl. Mit dem Mut einer Ertrinkenden wirft sie alle Hemmungen über Bord und beginnt ein gefährliches Spiel.

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ISBN: 978-9963-52-060-2

Seiten: 184

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Seli Kraus

Seli Kraus
Die Autorin wurde 1963 in Mönchengladbach geboren und lebt seit vielen Jahren in Düsseldorf. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und mehrjähriger Tätigkeit als Buchhalterin, erledigt sie heute die internationale Korrespondenz für die Firma ihres Partners. Sie schreibt seit ihrer Jugend und hat schon früh ihre Liebe zum Roman entdeckt. Aktuell verfasst sie Kurzgeschichten für diverse Zeitschriften.

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Vorwort

Mein Name ist Gilla Beckstein und das Leben hat aus mir eine Zuckerbläserin gemacht.
   Ja, ich bezeichne mich als Zuckerbläserin. Ich bilde mir sogar ein, diesen Ausdruck, der eine ganz bestimmte Art von Frau charakterisiert, erfunden zu haben.
   Zuckerbläserinnen gibt es unzählige. Jeder kennt welche. Vielleicht sind Sie ja selbst eine. Wenn ja, herzlich willkommen im Klub. Wenn nein, hoffe ich für Sie, dass Sie niemals eine sein werden.
   Zuckerbläserinnen blasen dem Mann, den sie lieben, ständig Zucker in den Hintern. Auch, oder ganz besonders an den Tagen, an denen er ihnen das Gefühl gibt, nicht mehr zu sein, als nur der lästige Eiterpickel an seinem Arsch.
   Wir sind fast alle nicht mehr ganz jung, wie ich mit meinen sechsundvierzig Jahren. Im Laufe unseres Lebens haben wir schon gewisse Erfahrungen mit Männern gesammelt. Leider jedoch nur schlechte.
   Frauen, die in die Kategorie Zuckerbläserin fallen, sind überaus intelligent, haben gute Berufe erlernt, und sind auch äußerlich durchaus ansehnlich.
   Bei mir ist es so:
   Von Beruf bin ich Ärztin, genau genommen Anästhesistin. Ich war viele Jahre im normalen Krankenhausbetrieb tätig. Zurzeit arbeite ich allerdings nicht. Ich habe keine Zeit mehr, einen Job auszuüben. Die kompletten vierundzwanzig Stunden, die ein Tag hat, verbringe ich damit, meinem Mann zu gefallen.
   Wie Sie sehen, ich bin keinesfalls das, was man landläufig als Dummchen bezeichnet.
   Ich trete immer auf, wie aus dem Ei gepellt. Schöne Kleidung ist für mich immens wichtig. Ich bin eine Frau, die morgens einen weißen Anzug anzieht, der am Abend noch genauso perfekt und vor allem fleckenlos aussieht.
   Was die Ernährung betrifft, ja, ich muss gestehen, da bin ich ein wenig überspannt. Für mich ist es schier überlebenswichtig, schlank zu bleiben. Jedes Gramm Fett zu viel wäre der totale Supergau.
   Wie gesagt, ich bin schlank, um genau zu sein, zierlich. Man bezeichnet mich immer wieder gern als Püppchen.
   Das mag daran liegen, dass ich sehr große blaue Augen habe, eben Püppchenaugen. Mein Haar ist honigblond. Ich trage es kinnlang und leicht gewellt. Perfektioniert wird der Püppchenlook durch einen Pony, das macht mich viel jünger als ich eigentlich bin. Männer mögen das. Es weckt in ihnen einen nicht zu unterdrückenden Beschützerinstinkt.
   Männer! Ich könnte, wie übrigens jede Zuckerbläserin, viele haben. Aber ich will nicht!
   Ich habe einen Mann. Richard Beckstein. Er ist reich und wahnsinnig schön. Für mich ist er der attraktivste Mann auf der Welt. Ich habe ihn bekommen und ich werde ihn nie wieder loslassen. Nicht, nach allem, was ich durchmachen musste.
   Richard ist zweiundfünfzig und im Vorstand der Burina AG, einem deutsch-schweizerischen Pharmaunternehmen, extrem erfolgreich.
   Aber das Allerbeste kommt noch. Er könnte ein Zwillingsbruder von Sean Connery sein. Ja! Es ist so! Okay, natürlich die seinem Alter entsprechende Version.
   Mein Mann ist auch von dieser nahezu überirdischen Präsenz, ebenso ist er eine schlanke, große Erscheinung. Wenn er einen Raum betritt, zieht er alle Blicke auf sich. Sein Haar ist grau, sehr kurz geschnitten und meistens trägt er einen perfekt frisierten, kurzen Bart.
   Was glauben Sie, wie oft Richard darauf angesprochen wird? Und wissen Sie, was er dann sagt? Was er antwortet, wenn er wieder einmal gefragt wird, ob er sich denn der unheimlichen Ähnlichkeit mit dem Schauspieler bewusst sei?
   Sie müssen verstehen, der Fragende ist im Glauben, etwas Sensationelles und für Richard vollkommen Neues festgestellt zu haben.
   Also, mein Richard ist so etwas von genervt aufgrund dieser andauernd gleichen, blöden Statements und erwidert gelangweilter als gelangweilt, ohne denjenigen auch nur eines Blickes zu würdigen, lediglich »Ja, ich weiß.«
   Es ist immer wieder ein Genuss, in diese verdutzten Gesichter zu blicken. Bis jetzt hat sich nach so einer Abfuhr noch niemand getraut, weiter auf diesem Thema herumzureiten.
   Richard und ich haben alles, was man sich wünschen kann. Wir verfügen über viel Geld, leben in einem tollen Haus am Bodensee. Wir gehen segeln, spielen Golf, fahren tolle Autos und so weiter und so fort.
   »Beneidenswert, diese Gilla Beckstein«, werden Sie sicher denken. »Was will die denn? Die kann doch mehr als zufrieden sein.« Ach, bevor ich es vergesse … Wir Zuckerbläserinnen sind nicht jene berechnenden Weiber, die einen Mann nur um des Geldes willen wollen.
   Nein, auf keinen Fall. So wie diese vielen jungen Dinger, die ihr Vorgehen eiskalt planen und bereit sind, jeden alten Mann zu nehmen, Hauptsache reich.
   Wir lieben unseren Partner auf Biegen und Brechen. Unsere Gedanken kreisen vierundzwanzig Stunden am Tag nur darum, wie wir es schaffen können, dass unser Liebster vollkommen glücklich und zufrieden ist. Zum Dank bekommen wir das, was uns für all die Mühen zusteht. Ein materiell sorgenfreies Leben und das Ansehen und den Glanz, der durch diesen wunderbaren Mann auch auf uns abfärbt.
   Sollten Sie einen geliebten Partner an Ihrer Seite haben, werden Sie wahrscheinlich sagen »Das mach ich doch auch. Ich bin genauso besorgt um das Wohl meines Schatzes.« Natürlich sind Sie das, aber eben nicht vierundzwanzig Stunden am Tag.
   Eine Zuckerbläserin wacht morgens auf, meistens hat sie schlecht oder überhaupt nicht geschlafen, und das Erste, was sie überprüft, ist die Stimmungslage ihres Mannes. Ist er fröhlich und gut gelaunt, kann sie aufatmen. Ist er es nicht, kommt sie zu ihrer eigentlichen Aufgabe. So lange Zucker in seinen Hintern zu blasen, bis er endlich wieder zufrieden ist.
   Blöderweise sucht sich jede Zuckerbläserin nur die schwierigsten und zickigsten Männer aus, die man sich vorstellen kann. Dieser Umstand erfordert jederzeit den vollen Einsatz. Bis zur Erschöpfung und nicht selten bis zur Selbstaufgabe.
   Das Leben einer Zuckerbläserin ist kein einfaches Leben. Es schwankt permanent zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt.
   In dieser Beziehung gibt es keine Normalität, keine Ruhe und keine Sicherheit. Eine Zuckerbläserin will um jeden Preis die perfekte Beziehung mit dem Mann ihrer Träume.
   Sie hat in ihrem Leben immer verloren, nur Pech gehabt. Irgendwann ist sie es einfach leid, dauernd die Dumme zu sein. Die Betrogene, die Verarschte.
   Aber warum nur geraten wir ständig an diese schwierigen Typen? Sind uns die lieben, netten Kerle zu langweilig?
   Ich denke, wir wollen auch ein wenig angeben. Dem Rest der Welt zeigen: »Seht her! Schaut nur, welch Prachtexemplar von einem Mann ich habe. Ja, von wegen die doofe Gilla. Immer wurde sie nur von den Männern ausgenutzt. Jetzt ist sie selbst am Zuge. Jetzt hat sie es geschafft.«

1. Kapitel

Bitterkalt war es an diesem Abend, als ich, die damals noch hoch verschuldete Gilla Richter, den luxuriösen Einkaufspalast in der Innenstadt von Stuttgart betrat. Ich fror unglaublich und genoss die herrliche Wärme, die die Klimaanlage des Kaufhauses ausströmte. Es war Mitte Dezember, Weihnachten stand vor der Tür. Alles glänzte freundlich und hell, ein Meer von Lichtern umfing mich. Ich betrat eine wunderbare Märchenwelt, blieb im Eingangsbereich zwischen zwei gigantischen, glitzernden Weihnachtsbäumen stehen und atmete tief ein.
   Ich blickte hoch bis zur gläsernen Kuppel, die das Dach des Kaufhauses bildete. Vor mir lagen mindestens zwei Stunden, in denen ich Etage für Etage des wie ein offener Turm gebauten Hauses erkunden wollte. Je weiter ich vorankam, umso mehr fühlte ich mich wie im Rausch. Wie ein kleines Kind blieb ich vor jedem Schaufenster der eleganten Modeboutiquen stehen, die mit den teuersten Kleidungsstücken dekoriert waren, und presste meine Nase gegen das Glas. In Augenblicken, in denen ich sicher sein konnte, nicht von einer Verkäuferin angesprochen zu werden, fand ich sogar den Mut, den einen oder anderen Laden zu betreten und ein besonders schönes Designerstück in die Hand zu nehmen oder es sogar anzuprobieren. Diesmal hatte ich Lust auf Schuhe. Ich wusste schon ganz genau, wo die geschmackvollsten und todschicksten Exemplare zu finden waren.
   Erleichtert stellte ich fest, dass im Schuhgeschäft meiner Träume einige Kundinnen waren. Ich ging selbstbewusst hinein und sah mich um. Mein Blick hing wie gefesselt an jedem Paar und blieb letztendlich an herrlichen Jimmy Choo Stiefeln hängen.
   Schwarze Stiefel mit einem hohen, dünnen Absatz, gefertigt aus dem feinsten, dem weichsten Leder, das man sich nur vorstellen konnte. Bevor ich gleich die Beine damit schmücken wollte, musste ich noch den Preis erfahren.
   Sechshundertfünfundneunzig Euro! Ein kurzer Blick über die Schultern gab mir die Gewissheit, nicht unter Beobachtung zu stehen. Ich griff die Stiefel, jetzt hielt mich nichts mehr zurück. Ich trug sie in Windeseile zu einem der Ledersessel, streifte meine Schuhe ab und glitt hinein. Als ich vor dem Spiegel, in dem ich mich ganz sehen konnte, stand, war ich einfach nur verzückt.
   Die Stiefel saßen wie eine zweite Haut. Ich sah unglaublich elegant darin aus, jeder hätte gesehen, dass sie wahnsinnig teuer waren. Ich konnte nicht aufhören, mich vor dem Spiegel hin und her zu drehen. Ich wollte mich von allen Seiten damit begutachten, wollte den Augenblick genießen und das schöne Bild, das sich von mir bot, tief in mich aufsaugen.
   »Die Stiefel sehen fantastisch an Ihnen aus. Sie sind wie für Sie gemacht.« Jetzt hatte mich doch noch eine von diesen Verkäuferinnen aufgespürt. Aber ich hatte genug gesehen, deshalb war es mir egal. Sie hatte vollkommen recht, ich sah wirklich großartig aus.
   »Die Stiefel machen ein unglaublich schlankes Bein«, stellte ich fest. »Ich bin nur ein wenig in Eile, mal sehen, vielleicht komme ich gleich noch einmal vorbei. Muss vorher noch ein paar Sachen erledigen.« Ich zog die Stiefel aus und verabschiedete mich schnell. Eilig verließ ich das Geschäft. Ich sonnte mich im Weitergehen noch in dem angenehmen Gefühl, das ich hatte, als ich mich in einem Luxus schwelgen sah, den ich mir niemals würde leisten können. Das war meine Welt, hier gehörte ich hin. Berauscht vom soeben Erlebten verfiel ich in eine gewisse Euphorie.
   Nachdem ich noch einige Etagen des Modezentrums erkundet hatte, bekam ich Lust, mir eine Kleinigkeit zu gönnen. Selbstbewusst, noch das Bild der eleganten Gilla mit den teuren Stiefeln vor Augen, betrat ich das Bistro des Kaufhauses und bestellte ein Geflügelsandwich und ein Glas Weißwein.
   Während ich aß, beobachtete ich die vielen elegant gekleideten Frauen, die mit Tüten bepackt ein und aus gingen. Ich stellte mir vor, wie sie zu Hause in ihren Schlafzimmern die neu erworbenen Kleidungsstücke aus der Verpackung rissen und noch einmal überzogen. Danach würde das Kleid oder der Pullover wahrscheinlich für unbestimmte Zeit im Kleiderschrank verschwinden. Frauen, die hier regelmäßig shoppen gingen, brauchten nicht wirklich etwas. Sie kauften um des Kaufens willen. Sie konnten es sich leisten, sie hatten Geld. Ich leider nicht. Oder besser gesagt, nicht mehr.
   Ich wollte nicht steinreich sein, aber ich wollte mir wenigstens hin und wieder etwas leisten können, ohne sofort ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Für ein Paar neue Schuhe musste ich auf etwas anderes verzichten. Immer alles genau kalkulieren. Nein, das war kein Spaß.
   Und wer war schuld daran, dass ich, Gilla Richter, gut verdienende Anästhesistin am Elisabeth-Krankenhaus jetzt fast mittellos und völlig verschuldet dasaß? Wem hatte ich mein Unglück zu verdanken? Natürlich einem Mann! Nur weil ich blöd und blind vor Liebe meinem damaligen Kollegen, Dr. Stefan Klausen, gefolgt war wie ein dummes Schaf. Es verging kein Tag, an dem mir Stefan nicht vorschwärmte, wie viele Möglichkeiten auf uns warteten und wie unterfordert wir beide im stupiden Klinikalltag doch waren.
   Er, der begnadete Chirurg hatte andere Ambitionen. Raus aus dem Krankenhaus und ab in die Selbstständigkeit. Das war sein Ziel. Als Schönheitschirurg wollte er ganz groß rauskommen und das natürlich mit eigener Praxis. »Wir werden stinkreich sein, Gilla. Denk doch an die vielen Tausend alternden Kohletussis, die hier rumlaufen. Die sind bereit, jeden Preis zu zahlen, nur um ein paar Jährchen rauszuholen.«
   Stefan war wirklich ein guter Chirurg und ich hatte keinerlei Zweifel, dass sein Vorhaben ein voller Erfolg werden würde. Ich sollte mitkommen, als seine gleichberechtigte Partnerin. Der Schönheitschirurg und die Narkoseärztin, besser geht’s doch kaum. Das leuchtete mir ein und außerdem liebte ich Stefan.
   Ich konnte mich noch sehr gut an die vielen Abende erinnern, an denen wir planten und vor lauter Vorfreude auf unser neues Leben fast ausflippten.
   »Lass mich nur machen«, sagte Stefan jedes Mal, wenn ich zum Beispiel bei der Suche nach einer geeigneten Praxis Hilfe anbot. »Ich will dich doch überraschen, bitte vertrau mir«, flüsterte er und küsste mich.
   Ich war so glücklich, dass ich ohne nachzudenken die nötigen hundertzwanzigtausend Euro besorgte, die ich als gleichberechtigte Partnerin in die Praxis investieren musste.
   Stefan hatte schöne Räume in bester Lage angemietet und das musste schließlich bezahlt werden. Ich konnte ja nicht alles auf seinen Schultern abladen. Schließlich würde ich gleichberechtigt am Gewinn beteiligt sein. Was waren da schon Hundertzwanzigtausend? Blöd nur, dass ich das Geld zum größten Teil bei der Bank leihen musste.
   Ich war allerdings überzeugt, dass wir die Summe in Windeseile wieder reinholen würden. Schönheitschirurgische Eingriffe hatten ihren Preis. Ich musste kein Rechengenie sein, um zu überschlagen, dass wir bald sehr wohlhabend sein würden. Eigentlich bin ich auch heute immer noch im Glauben, dass es hätte klappen können.
   Aber es klappte nicht. Warum, weiß ich im Nachhinein nicht so genau. Der Praxisbetrieb lief nicht so gut an und ich denke, wir hatten einfach nicht das finanzielle Polster, das man braucht, um die schwierige Anfangszeit zu überstehen. So etwas musste wachsen, sich herumsprechen. Es dauerte, bis man einen Kreis von Stammpatienten aufgebaut hatte. Ich bekam von der tatsächlichen Misere nichts mit. Die Kosten fraßen die Praxis auf und die Gewinne sprudelten nicht so schnell, wie es nötig gewesen wäre.
   Erst, als ich nach einem Kurzurlaub bei meiner Mutter aus Freiburg morgens in die Praxis kam und sah, dass jeder Raum leer war, fiel ich aus allen Wolken. Stefan war weg, mein Geld auch und Arbeit hatte ich ebenfalls keine mehr. Im Krankenhaus hatte ich ja schon längst gekündigt.
   Irgendwie hatte ich es geschafft, in den darauffolgenden Tagen ins Elisabeth-Krankenhaus zu gehen und meine alte Stelle in der Anästhesie wiederzubekommen. Ich arbeitete wieder, hatte eine kleine Wohnung, aber jede Menge Schulden. Ich konnte leben, aber ich konnte mir nichts mehr leisten. Alle Versuche, Dr. Stefan Klausen zu finden, schlugen fehl. Er war Hals über Kopf aus unserem gemeinsamen Traum geflohen.

Ich trank das Glas Wein aus und bezahlte.
   Das mit Stefan war jetzt zwei Jahre her. Langsam wurde es Zeit für mich, alle weiteren Gedanken an ihn aus meinem Kopf zu verbannen. Ich musste auch leben.
   Inspiriert von der schönen Umgebung, in der ich den Feierabend verbrachte, fasste ich einen Entschluss. Ich nahm mir vor, die nächste Einladung zu was auch immer, die von Richard Beckstein kam, anzunehmen. Ich musste wieder einen Mann an meiner Seite haben, aber keinen Loser, sondern einen, der mir endlich das Leben ermöglichen würde, das ich verdient hatte. Ich hatte allerdings auch etwas zu geben, nämlich mich und meine Liebe.
   Wesentlich beschwingter als sonst machte ich mich am nächsten Morgen auf den Weg ins Krankenhaus. Ein anstrengender Tag mit drei Operationen lag vor mir. Normalerweise wäre ich schon müde und ausgelaugt in der Klinik angekommen. Allein die Vorstellung auf so viel Stress und Verantwortung raubte mir in letzter Zeit jede Energie. Heute jedoch schwang immer noch das Glücksgefühl des gestrigen Ausflugs in die schöne Welt des Luxus nach. Mir war noch nie so klar gewesen, dass sich endlich etwas in meinem Leben ändern musste. Innerlich bebte ich vor Aufregung. Ich spürte regelrecht körperlich, wie etwas auf mich zukam.
   Im Ärztezimmer traf ich auf meine Kollegin Linda Kremer. Sie war nicht nur eine Arbeitskollegin, sondern irgendwie auch ein bisschen Freundin.
   Linda war ganz anders als ich. Kräftig, aber durchaus sportlich, mit kurz geschnittenem schwarzem Haar. Im Krankenhaus war sie aufgrund ihrer zupackenden und lebenslustigen Art sehr beliebt. Man hatte immer den Eindruck, dass es nichts gab, was Linda etwas anhaben konnte. Der Wirbelwind der Station. Verheiratet war sie mit Paul, von Beruf Chemiker und eher introvertiert. Das komplette Gegenteil zu Linda. Die beiden respektierten ihr Anderssein und so konnte sich jeder auf seine Weise verwirklichen. Linda und Paul traten sehr selten als Paar auf, dafür waren ihre Interessen zu unterschiedlich. Ich war total sicher, dass sie sich trotzdem sehr liebten.
   Nachdem ich Linda begrüßt hatte, zog ich den Mantel aus und warf einen flüchtigen Blick in den Spiegel meines Kleiderspinds. Was ich sah, gefiel mir. Mein Blick war strahlend, die Haut rosig. Ich fühlte mich an diesem Morgen, als könnte ich Bäume ausreißen. Die positive Verwandlung blieb Linda nicht lange verborgen. Normalerweise kannten mich die Kollegen als armes, vom Leben betrogenes Mäuschen, das ihr volles Mitleid verdiente. Natürlich wusste jeder in der Klinik vom Schiffbruch, den ich aus lauter Liebe zu Dr. Klausen erlitten hatte. Mein persönliches Drama war wochenlang Klatschthema Nummer eins in der Belegschaft gewesen. Mir waren die vielen mitfühlenden Blicke überaus peinlich, aber mir ging es damals nach der Trennung so schlecht, ich war vollkommen am Boden zerstört, dass die Tatsache, in aller Munde zu sein, das kleinere Übel war.
   »Na, gut drauf heute Morgen?« Linda musterte mich besonders intensiv, während sie lässig zurückgelehnt auf ihrem Stuhl saß und die Kaffeetasse zum Mund führte.
   Ich stand noch immer vor dem Spiegel und richtete das Haar andeutungsweise mit den Händen. »Hm, ja. Warum auch nicht. Immer nur schlecht drauf sein führt auch zu nichts«, nuschelte ich in ihre Richtung. Ich trat hinter der Spindtür hervor, lächelte sie an, goss mir eine Tasse Kaffee ein und setzte mich zu ihr an den Tisch. Linda grinste so komisch, dass ich auch lachen musste.
   »Was hat dich denn so verwandelt? Ich meine, gestern, da hast du noch ganz anders ausgesehen.«
   »Das kann ich dir genau erklären«, antwortete ich, angestrengt darauf bedacht, ein ernstes Gesicht zu machen. »Gestern Abend habe ich den Mut gehabt, ein Paar Jimmy Choo Stiefel für über sechshundert Euro anzuziehen. Und das auch noch unter den Augen einer Verkäuferin.«
   Linda stellte die Tasse ab und verzog leicht enttäuscht das Gesicht. »Das war alles? Ich hab gedacht, du hast die Liebe deines Lebens kennengelernt. Verliebt die sich in Stiefel! Ich kann’s nicht fassen!«
   »Mir hat es gefallen. Es war ein schönes Gefühl.« Ich wollte mich nicht weiter rechtfertigen und ich wollte schon überhaupt nichts über mein Vorhaben in Bezug auf meinen Traummann erzählen. Auch Linda nicht. Zu groß war die Angst, dass es nicht klappte. Noch war nichts in trockenen Tüchern. Ein Besuch von Richard Beckstein in unserem Krankenhaus stand meines Wissens nicht an. Dann stand noch in den Sternen, ob er mich noch einmal zum Essen einladen würde. Ich hatte ihm schon zweimal einen Korb gegeben. Auch aus Angst. Aus Unsicherheit. Ich war schwer verwundet und wollte mir nicht noch mehr Verletzungen zuziehen. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass Richard, genau wie Dr. Stefan Klausen, wieder aus dem Umfeld des Krankenhauses kam. Als Vorstandsmitglied der Burina Pharma AG, veranstaltete er regelmäßig Präsentationsveranstaltungen bei uns in der Klinik, um neue Produkte vorzustellen und deren Wirkungsweise uns, den Ärzten, zu erläutern.
   Der größte Nachteil, den Richard Beckstein als potenzieller Partner mitbrachte, war eben, dass alles genau wie damals wieder unter den Augen der Mitarbeiter und Kollegen ablaufen würde. Das musste ich auf jeden Fall verhindern. Noch einmal wollte ich auf keinen Fall als Liebestrottel vor der gesamten Belegschaft der Klinik auftreten. Dieses Mal sollte keiner etwas erfahren.

Linda war mittlerweile auf die Station gegangen und ich genoss den Augenblick des Alleinseins. Ein Blick auf die Armbanduhr verriet mir, dass ich noch mindestens eine halbe Stunde Zeit hatte, bevor ich zum Ärzteteam stoßen musste, um den heutigen Ablauf im OP durchzusprechen. Ich machte es mir auf dem harten Holzstuhl so bequem wie möglich, sah aus dem Fenster in den leicht verschneiten Park und begann, von meiner neuen Zukunft zu träumen. Ich war über mich selbst verwundert. Darüber, wie kalkuliert ich plante. Ich wollte unter keinen Umständen mehr die gutmütige Gilla sein, die immer nur gibt, die immer Verständnis hat für ihren Partner. Diese Rolle spielte ich übrigens auch in allen anderen Beziehungen mit Männern vor Dr. Stefan Klausen. Irgendwie blieb ich immer auf der Strecke. Obwohl ich alles tat, damit es harmonisch war in der Partnerschaft, wurde ich meistens ausgenutzt und dann fallen gelassen. Jetzt wollte ich, dass es endlich klappte!
   Das Bild von Richard Beckstein erschien vor meinen Augen. Er sah unglaublich gut aus. Groß, immer top gekleidet, so der Burberry-Typ. Teurer Trenchcoat, Kaschmirschal und so weiter. Wenn er einen Raum betrat, zog er alle Blicke auf sich. Er hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Sean Connery. Ich schätzte ihn auf Anfang fünfzig. Wenn er lachte, und das tat er oft, schmolzen alle anwesenden Frauen nur so dahin.
   Bei uns im Krankenhaus fanden besagte Infoveranstaltungen der Burina Pharma recht regelmäßig statt. Es wurden neue Produkte vorgestellt und fast immer war Richard Beckstein anwesend. Allerdings glaubte ich, dass die Ärztinnen nichts von dem, was fachlich herübergebracht werden sollte, verstanden. Ich war davon überzeugt, dass sich jede anwesende Frau in Gedanken ausmalte, wie es wohl wäre, von ihm begehrt zu werden. Am Ende der Infoabende spendierte die Klinik immer einen kleinen Imbiss. Das diente dazu, dass Ärzte und Mitarbeiter der Pharmafirma zwanglos dies und das noch einmal unter vier Augen bereden konnten.

So hatte ich Richard kennengelernt und so kam es auch, dass er mich vor einigen Monaten nach einem Meeting plötzlich zum Essen eingeladen hatte. Ich war sprachlos vor Erstaunen. Er machte da keine große Sache draus. Fast wie beiläufig im Gespräch erwähnte er, dass er hungrig sei und ob ich ihn nicht in sein Lieblingsrestaurant in der Stuttgarter Innenstadt begleiten möchte. Für mich war es allerdings durchaus eine große Sache. Es war viel zu früh. In mir kroch Panik hoch. Mein Körper begann, innerlich zu brennen. Ich spürte die Blicke der Kollegen, bildete mir ein, dass alle mitbekommen hatten, wie Herr Beckstein mich einlud. Wie sie jetzt schon tuschelten, wie klar es für alle war, dass Gilla Richter wieder einmal von einem tollen Mann vorgeführt wurde.
   Unter dem Vorwand, schon verabredet zu sein, lehnte ich ab. Richard Beckstein schien ein wenig irritiert. Mit Sicherheit war ich die erste Frau in seinem Leben, die ihm einen Korb gab. Er bedauerte höflich und das war’s.
   Bei der nächsten Veranstaltung geschah nichts. Ich kam noch nicht einmal ins Gespräch mit ihm. Das war mir jedoch ganz recht so. So konnte ich ihn in Ruhe aus sicherer Entfernung beobachten und musste wieder feststellen, was für ein schöner Mann er war.
   Erst drei dienstliche Treffen später versuchte er es erneut. Ich lehnte wiederum ab, war angeblich schon zum Essen bei meiner Mutter eingeladen. Diesmal hatte ich allerdings den Eindruck, einen gewissen Unwillen in seinen Augen zu erkennen. Mit Sicherheit hatte er keine Erklärung dafür, dass eine Frau schon zum zweiten Mal die Chance, mit ihm allein zu sein, einfach so wegwarf. Das war er wohl nicht gewohnt.

Die Zeit war vergangen und ich hatte es nicht bemerkt. Als andere Kollegen das Ärztezimmer betraten, erwachte ich aus meinen Träumen und erhob mich, um mich auf den Weg zur Station zu machen. Heute ging mir die Arbeit wie von selbst von der Hand. Ich empfand keine Müdigkeit und keinen Stress, nein, ich hatte sogar richtig Spaß daran.
   Ich brauchte nur noch auf den Tag zu warten, an dem Richard Beckstein wieder bei uns auftauchen würde und dann wollte ich beherzt zugreifen.
   Allzu lange würde es nicht mehr dauern und deshalb machte es mir nichts aus, geduldig zu warten.

2. Kapitel

Die Weihnachtstage verbrachte ich in Freiburg bei meiner Mutter, Luise Richter.
   Sie war eine schlanke, große, etwas hager wirkende Frau Ende sechzig. Ich fand, dass sie einen Adlerblick hatte, das wurde durch ihre leicht hakenförmige Nase noch unterstrichen. Sie wuselte stets umher, konnte nie untätig herumsitzen. Ihr graublondes krauses Haar wuchs wild und zerzaust in alle Richtungen auf ihrem Kopf. Am glücklichsten war sie, wenn sie sich in ihrem wunderschönen Garten mit dem Anpflanzen und Ernten von Kräutern aller Art beschäftigen konnte. Sie hatte gegen jedes Leiden ein Pflänzchen parat, das sie in den höchsten Tönen anpries. Diese Fähigkeit machte meine Mutter in ihrem Umfeld überaus beliebt. Hilfe suchende Kranke oder jene, die sich ein Leiden einbildeten, gingen bei ihr ein und aus.
   Als ich im Schnee durch den Vorgarten zum kleinen, gelb gestrichenen Fachwerkhäuschen meiner Mutter stapfte, empfand ich nach langer Zeit wieder Freude und Gelassenheit. Ich war endlich ausgeglichen und hatte nichts weiter im Sinn, als die kommenden freien Tage zu genießen.
   Ich klingelte und die weiß gestrichene alte Holztür wurde schwungvoll aufgerissen. Fast musste ich kichern, als ich in ein Gesicht mit sorgenvoll zusammengezogenen Augenbrauen sah. Natürlich erwartete meine Mutter bereits die nächste Katastrophe im Leben ihrer glücklosen Tochter.
   In der Küche wurde mir sofort ihre neueste Kreation eines Kräutertees am großen alten Holztisch serviert.
   »Und, wie schmeckt er dir? Also, dies ist eine Mischung aus harmonisierenden Kräutern, Johanniskraut, Melisse, Minze, …«
   Ich unterbrach den Redeschwall meiner Mutter. Sie würde sonst noch Stunden von Tees und deren Heilkräften schwärmen. »Schmeckt sehr gut, vielen Dank, Mutti. Übrigens, es geht mir prima. Ich bin wirklich nur wegen der Feiertage hier und nicht, um dich mit Liebesdramen oder Geldproblemen zu belasten.«
   Sie sah mich entrüstet an. »Aber Kind, du belastest mich doch nicht. Wozu sind Mütter denn sonst da?«
   Ich hatte das Gefühl, dass sie mir die neue Fröhlichkeit nicht so richtig abkaufte, aber sie fragte nicht weiter nach.
   Die Feiertage waren ausgefüllt mit essen, trinken und Besuchen bei der Verwandtschaft. In freien Stunden entspannte ich mich mit Spaziergängen durch die verschneite Landschaft. Begleitet wurde ich dabei von Mutters Schäferhund Carlo. In meinen Augen war all das Schöne, die Romantik, ein Zeichen des Himmels. Wie oft hatten wir Schnee an Weihnachten? Fast nie. Aber in diesem Jahr eben doch. Alles schien auf eine rosige Zukunft hinzudeuten. Ein Umbruch, ein Neuanfang lag in der Luft, ich konnte es fast riechen.

Den Silvesterabend verbrachten wir bei meiner Mutter zu Hause. Sie hatte zwei Freundinnen, die genau wie Mutter, seit etlichen Jahren verwitwet waren, eingeladen. Wir tranken Kräuterbowle, diesmal sogar mit Wein. Normalerweise gab es Mutters Bowle nur mit Apfelsaft oder Mineralwasser. Besonders spannend wurde es, als Alice, eine der beiden Freundinnen mit Hang zum Esoterischen, begann, für uns die Karten zu legen.
   Die Stimmung war gespenstisch, wie wir alle in Mutters gemütlichem Wohnzimmer mit den alten, dunklen Möbeln saßen. Eine große Kerze flackerte auf dem Tisch und in einer Ecke leuchteten die Lichter des Weihnachtsbaumes. Sonst war es dunkel.
   Alice zog mich sofort in ihren Bann als sie wunderschöne, alte Tarotkarten auf den Tisch legte. »So, liebe Gilla, du willst sicher wissen, was die Zukunft für dich bereithält.« Wissend sah sie mich über den Rand ihrer kleinen Brille hinweg an.
   »Ja, gern. Ich bin sehr gespannt«, antwortete ich.
   Alice machte eine bedeutungsvolle Pause, legte die Karten zu drei Stapeln gehäuft vor mir auf den Tisch. »Bitte wähle einen Stapel aus«, forderte sie mich auf.
   Ich zeigte auf den linken.
   Alice nahm ihn und legte jede einzelne Karte mit der Rückseite nach oben auf den Tisch. Die Spannung stieg. Niemand traute sich, auch nur ein Wort zu sagen. Wieder erklang Alices monotone Stimme, um weitere Anweisungen zu geben. »Wähle drei Karten.«
   Nachdem ich drei Favoriten bestimmt hatte, drehte sie diese um. Zum Vorschein kamen die Mäßigkeit, die Sonne und Vier Stäbe. Ich erfuhr etwas über die Vergangenheit, die Gegenwart und meine Zukunft. Diese interessierte mich logischerweise am meisten.
   Die erste Karte teilte mir mit, dass ich in die Vergangenheit schauen sollte, um die Gegenwart zu verstehen und daraus würde ich zwangsläufig zu der Erkenntnis kommen, dass ich nur aus Schaden klug werden würde. Das konnte ich sehr gut nachvollziehen, denn Schaden hatte ich nun schon genug erlitten und mittlerweile war ich so klug geworden, dass ich nicht noch einmal in die Liebesfalle tappen würde.
   Die zweite Karte, die Sonne, bezog sich auf die gegenwärtige Situation und sie war ganz genau nach meinem Geschmack. Alice Worte hätten nicht treffender sein können.
   »Die Sonne«, begann sie, »gibt dir zu verstehen, dass sich in allen Bereichen deines Lebens Wachstum und Gedeihen abzeichnen. Alles ist nun möglich und alles kann gelingen.«
   Die Karte, die meine Zukunft bestimmte, zeigte ein Motiv, das auf dem Kopf stand. Ich hatte zwar keine Ahnung vom Kartenlegen, meinte aber am ernsten Blick von Alice zu erkennen, dass das nicht so gut war.
   Alice klärte uns auf. »Die Vier Stäbe auf dem Kopf sagen dir, dass deine Zukunft Unsicherheiten für dich bereithält. Ganz wichtig ist, du musst das Erreichte pflegen und du musst daran mit aller Kraft festhalten, sonst droht Verlust!«
   Alle atmeten auf. Ich auch. So schlecht standen meine Karten schließlich nicht. Das Erreichte festzuhalten, das würde ich schon schaffen. Das neue Jahr konnte kommen.

3. Kapitel

Am 2. Januar war ich wieder in der Klinik.
   Meine Mutter hatte mir zu Weihnachten ein wenig Geld geschenkt. Ich sollte mir was Schönes gönnen. Das Geldgeschenk legte ich beiseite. Es sollte erst zum Einsatz kommen, wenn feststand, wann ich Richard wiedersehen würde. Da alle Meetings lange genug vorher bekannt gemacht wurden, hatte ich genügend Zeit, mich darauf vorzubereiten. Mir schwebte ein Friseurbesuch vor, oder eine neue Bluse. Ich war bereit, die Angel auszuwerfen. Jetzt musste der Fisch nur noch anbeißen.
   In der zweiten Januarwoche schwamm der Fisch ohne Vorwarnung einfach so durch unsere Kantine. Nichts mit Friseur und neuer Bluse! Ich saß beim Mittagessen, leicht abgekämpft von den Anstrengungen einer gerade beendeten Marathon-OP. Mit am Tisch saßen Linda und noch zwei weitere Ärztinnen aus unserer Abteilung. Mein Gesicht war fast komplett Make-up-frei, nachdem ich gefühlte hundertmal mit der Hand durchgefahren war. Den letzten Hauch von Lippenstift hatte ich beim Verspeisen eines großen Salattellers, der üppig in Dressing getränkt war, vom Mund gewischt. Hinzu kam, dass ich natürlich keine schicke Bluse trug, sondern nur einen weißen Arztkittel. Unpassender hätte der Moment des Wiedersehens mit Richard Beckstein nicht sein können.
   Ich wollte mir die innerliche Aufregung, die mich bei seinem Anblick befiel, am Tisch mit den Kollegen auf keinen Fall anmerken lassen, konnte aber auch den Blick nicht von ihm nehmen. Ich versuchte, die Gratwanderung zu meistern, indem ich mich übertrieben intensiv, aber auch total unkonzentriert an der Unterhaltung beteiligte.
   »Guckt mal, ist das nicht der Beckstein von Burina?«, stellte Linda völlig überflüssig fest.
   Dass es Richard war, der da wie eine Lichtgestalt durch unsere Kantine schritt, war klar. Er war in Begleitung von Chefarzt Dr. Ritterbach. Die beiden schienen ein lockeres Gespräch zu führen, lachten immer wieder und stellten sich an der Essensausgabe brav an. Richard sah abermals aus wie ein Model aus einem Lifestyle Magazin für Adlige oder Millionäre. Perfekt auf seinen Körper zugeschnitten, sein hellbrauner Cordanzug. Um den Hals trug er, wie fast immer, einen seiner zahlreichen Kaschmirschals.
   »Was macht der denn hier? Wir haben doch kein Meeting heute, oder etwa doch?« Eine unserer Tischgenossinnen spekulierte laut über den Grund von Richards Erscheinen. Ich wollte dem Rätselraten ein Ende machen. »Nein, heute nicht. Aber was soll’s, der Beckstein wird Dr. Ritterbach auch sicher hin und wieder ohne besonderen Grund aufsuchen.«
   Ich bemühte mich, so unauffällig wie möglich festzustellen, für welches Gericht er sich entschieden hatte. Als er mit dem Chefarzt zum Tisch ging, konnte ich erkennen, dass er den gedünsteten Heilbutt auf Gemüsereis gewählt hatte. Das ließ den Schluss zu, dass er, genau wie ich, auf seine Linie achtete. Nicht schlecht.
   »Den Beckstein würde ich nicht von der Bettkante schubsen. Das kann ich euch sagen.« Linda fuhr sich genüsslich durch das kurze Haar und starrte wie gebannt in Richards Richtung. »Ist er eigentlich verheiratet?«, fragte sie weiter in die Runde.
   Ich sah meine Chance gekommen, etwas mehr über den schönen Mann in Erfahrung bringen zu können.
   Dr. Kläre Feist, eine ältere Kollegin, die mit am Tisch saß, meldete sich zu Wort. »Ich kenne den Beckstein schon viele Jahre. Er ist geschieden, allerdings noch nicht lange und er hat zwei Töchter. Die müssen meines Wissens nach schon über achtzehn sein. Seine Frau hat ihn wohl verlassen. Warum, ist mir nicht bekannt.«
   »Na, warum wohl!« Linda schien es genau zu wissen.
   »Ja, warum denn?«, fragte ich nach.
   Linda stützte ihre Arme auf dem Tisch ab und beugte sich in meine Richtung. Sie sah mich an, als ob sie mich belehren müsste. »Gilla, Schätzchen, schau ihn dir doch an. So einen Mann hat man nie für sich allein. Fremdgegangen wird er sein, und das nicht zu knapp.«
   Ich drehte den Kopf zum Tisch, an dem Richard saß und sein Mittagessen verspeiste. Selbst dem Alltäglichsten, das es gibt, dem Essen, verlieh er durch seine Gesten eine ungeheure Eleganz. Ein Gentleman, wie er im Buche stand. »Es gibt auch gut aussehende Männer, die treu sind, Linda. Das kannst du nicht so pauschal behaupten«, widersprach ich Linda.
   »Oft sind es die Unscheinbaren, die betrügen. Die wollen damit mehr Aufmerksamkeit auf sich lenken. Ein sehr schöner Mann hat das nicht nötig«, stimmte mir Dr. Kläre Feist, reich an Lebenserfahrung, zu.
   Linda sah auf die Uhr und machte Anstalten, sich zu erheben. Sie konnte es sich jedoch nicht verkneifen, das letzte Wort in Sachen Richard Beckstein zu haben. »Ja, ja, wer’s glaubt.« Sie verließ die Kantine, jedoch nicht ohne einen provokant lustvollen Blick in Richards Richtung zu werfen.
   Ich wurde unruhig, die Zeit drängte. Wie sollte ich heute nur mit Richard ins Gespräch kommen? An unserem Tisch herrschte Aufbruchstimmung, die Mittagspause war beendet. Es musste mir wenigstens gelingen, seine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Bis jetzt hatte er mich noch nicht entdeckt. Ich zog das Mobiltelefon aus der Handtasche. »Geht schon mal vor«, bat ich die anderen. »Ich muss noch kurz telefonieren, ich komme gleich nach.«
   Endlich war ich allein am Tisch. Da ich noch ein wenig Zeit hatte, beschloss ich, noch einen Kaffee zu trinken. Ich stand auf. Die Kantine hatte sich bereits merklich geleert und ich machte mich auf den Weg zur Theke. Obwohl ich direkt am Tisch von Richard und Dr. Ritterbach vorbei musste, sah er mich nicht. Ich nahm den Kaffee entgegen und ging wieder zurück. Ich musste etwas tun! Wer weiß, wann ich Richard wiedersehen würde. Als ich am Tisch der beiden angekommen war, nahm ich allen Mut zusammen und grüßte die Männer wie beiläufig.
   »Mahlzeit, Frau Dr. Richter«, antwortete Richard Beckstein, ohne mich anzusehen und führte die Unterhaltung mit Dr. Ritterbach fort.
   Ich stand wie bestellt und nicht abgeholt vor seinem Tisch und wäre am liebsten im Erdboden versunken. Krampfhaft versuchte ich, Haltung zu bewahren und ging eilig zum Platz zurück. Nachdem ich die Fassung wiedererlangt hatte, wagte ich einen erneuten Blick in seine Richtung. Zu meinem Entsetzen sah ich, dass die beiden sich erhoben.
   Sie lachten und verließen die Kantine. Richard drehte sich nicht ein einziges Mal zu mir um. Er behandelte mich, als wäre ich Luft für ihn. Mein Traummann hatte mich abgeschrieben!
   Ich saß wie versteinert vor der Tasse Kaffee und konnte einfach nicht begreifen, warum er so abweisend war. Es dauerte eine Weile, bis ich die Erklärung gefunden hatte. Mein Gott war ich blöd! Zweimal hatte ich seine Einladung ausgeschlagen. Nicht einmal, nein, zweimal. Was sollte Richard denn von mir denken? Wie hatte er sich wohl danach gefühlt? Alles wurde plötzlich sonnenklar.
   Ich war selbst schuld, dass er mich jetzt mit Verachtung strafte. Sollte er sich denn für mich zum Narren machen? Das hatte ein Mann wie er weiß Gott nicht nötig. Ich hätte mich ohrfeigen können, so wütend war ich. Ich hatte Richard verletzt und bekam nun die gerechte Strafe.
   Sein Desinteresse bescherte mir einen ungeahnten Energieschub. Jetzt wollte ich ihn mehr als je zuvor. Ich war völlig verrückt nach ihm in diesem Moment der Ablehnung und der Zurückweisung.
   Die nächste Veranstaltung würde kommen, keine Frage. An diesem Tag hatte ich noch für zwei Stunden im OP zu tun, danach zog ich mich in mein kleines Büro im Krankenhaus zurück. Die Gedanken kreisten ständig nur um Richard. Mit großer Erleichterung bemerkte ich, dass mir die Blamage vom Mittag nichts mehr ausmachte. Im Gegenteil. Ich war voller Tatendrang. Ich überlegte, ob ich ihn später, wenn er wieder in seiner Firma war, einfach mal anrufen sollte. Aber ich kannte seine persönliche Telefonnummer nicht. In der Burina AG wäre ich zuerst bei seiner Sekretärin aufgelaufen, das wollte ich auf keinen Fall. Wenn, dann nur privat. Das ging ebenfalls nicht, da ich keine Ahnung hatte, wo er wohnte. Den Mut, Dr. Kläre Feist zu fragen, hatte ich nicht. Sie war eine sehr integere Person, die sich nie an Klinik-Klatsch beteiligte, aber sie nach der Privatadresse von Richard Beckstein zu fragen, das würde selbst Dr. Feist stutzig machen.
   Ich begann, meine E-Mails zu lesen. Auch hier nichts Neues. Keine Einladung von Dr. Ritterbach zu irgendwelchen Meetings. Was blieb mir? Nicht viel. Ich konnte geduldig auf die künftige Pharmaveranstaltung warten oder ich nutzte die Zeit, um etwas von Richards privaten Gewohnheiten in Erfahrung zu bringen.

Den Abend verbrachte ich allein in der kleinen Wohnung. Meine Mutter rief an, um zu erfahren, ob ich von ihrem Weihnachtsgeschenk schon ein schönes Kleidungsstück gekauft hatte.
   »Nein, Mutti, ich bin noch nicht dazugekommen. Du kannst dir sicher vorstellen, dass zum Jahresbeginn viel los ist in der Klinik. Kaum Personal. Wer Urlaub bekommen kann, der nimmt ihn auch.«
   Mutter konnte es sich nicht verkneifen, mich vor zu viel Arbeitseinsatz zu warnen. »Vergiss das Leben nicht, Gilla. Es gibt noch andere Dinge als Arbeit. Kommst du denn finanziell klar? Ich mache mir immer wieder Sorgen, dass dich die Schulden noch auffressen.«
   Ich bemühte mich, sie zu beruhigen. »Noch geht es. Ich gehe davon aus, dass sich die Dinge auch wieder ändern werden. Mach dir keine Gedanken, es ist alles in Ordnung.« Über meine Gefühle und die Pläne, die ich mit Richard hatte, wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht reden. Auch nicht mit Mutter.
   Später, ich lag auf dem Sofa und sah mir halbherzig einen Film im Fernsehen an, kam ich zu einem Entschluss. Mir war klar, dass ich allein nichts über Richards Privatleben erfahren würde. Ich brauchte Hilfe. Es gab nur eine Person, die die nötigen Informationen beschaffen konnte. Linda Kremer. Sie war so stark, trat immer selbstbewusst auf. Mit ihr an der Seite konnte ich es schaffen, in Richards Leben zu gelangen. Am nächsten Morgen wollte ich sie einweihen. Wir hatten beide Frühdienst.

Als ich das Ärztezimmer betrat, war ich allein. Ich machte Kaffee, ging zum Fenster und ließ die eiskalte Morgenluft herein. Fünf Uhr früh. Der Park der Klinik lag immer noch unter einer geschlossenen Schneedecke versteckt, an den Fenstern hatten sich Eisblumen gebildet. Die Ruhe war herrlich. Noch ein kräftiger Atemzug, dann schloss ich das Fenster wieder, goss eine Tasse Kaffee ein und setzte mich an den Tisch.
   Minuten später betrat Linda den Raum. Sie schüttelte sich vor Kälte, als sie sich den dicken, gestrickten Schal vom Hals zog. »Morgen, Gilla. Kaum auszuhalten, diese Kälte. Ich hasse den Winter.« Mittlerweile stand Linda vor ihrem Kleiderspind, die dicke Steppjacke hatte sie darin verstaut. Den obligatorischen Blick in den Spiegel, dann kam sie, ebenfalls mit einer Tasse Kaffee in der Hand, zum Tisch.
   »Ja, recht hast du«, stimmte ich in ihre Floskel ein. Ich musste zum Thema kommen. Wenn wir erst einmal auf der Station waren, würde es heute keine Gelegenheit mehr geben. Ich war mit Linda befreundet, wir hatten regelmäßig privaten Kontakt. Ich kannte ihren Mann Paul ganz gut. Was sollte schon passieren? Linda musste mir helfen. »Der Beckstein sah verdammt gut aus gestern«, begann ich.
   Linda sah mich an und ich merkte, wie sie langsam wach wurde. Sie rollte mit ihren blauen Augen, die einen schönen Kontrast zu ihrem schwarzen Haar bildeten. »Ein Bild von einem Kerl«, schwärmte sie. »Er sieht irgendwie einem Schauspieler ähnlich.« Sie machte eine kurze Pause, bevor sie fortfuhr, »Warte, ich hab’s gleich.«
   Sie lag richtig. Genau das dachte ich auch ständig, wenn ich Richard sah.
   »Ich weiß«, rief sie plötzlich, »ein bisschen was von Sean Connery.«
   »Ja, richtig! Nur ohne Schnurrbart«, stimmte ich zu. Nach einer kurzen Pause klärte ich Linda auf. »Linda, ich sag dir jetzt mal was. Aber bitte, das ist streng geheim. Kein Wort zu irgendjemandem hier aus der Klinik. Ehrenwort?«
   Lindas Kopf schoss förmlich in die Höhe. Wie von der Tarantel gestochen sah sie mich an. »Das ist doch selbstverständlich, Gilla. Wenn du mir etwas sagst, was niemand wissen soll, ist es klar, dass ich es für mich behalte.« Sie lehnte sich genüsslich zurück. »So, dann rede bitte. Um was geht es?« Linda platzte innerlich fast vor Neugierde.
   Ich wollte sie nicht länger auf die Folter spannen. »Richard Beckstein hat mich schon zweimal zum Essen eingeladen.«
   Lindas beringte Hand klatschte lautstark auf den Tisch. »Was? Wann denn?« Jetzt war sie endgültig wach geworden.
   »Nach den beiden vorletzten Veranstaltungen«, flüsterte ich ihr triumphierend zu, obwohl wir vollkommen allein im Raum waren und ich auch in ganz normaler Lautstärke hätte reden können.
   »Hast du Ja gesagt? Warst du mit ihm essen?«, fragte Linda weiter.
   »Nein«, musste ich zugeben. »Ich habe beide Male abgelehnt. Ich war noch nicht bereit dazu. Mir saß die Pleite mit Stefan noch in den Knochen. Ich wollte nicht wieder vor der ganzen Belegschaft als Dummerchen dastehen.«
   Linda atmete lautstark aus. »Das kann ich verstehen. Stefan hat dir wirklich übel mitgespielt. Also, ich an deiner Stelle, ich würde die nächste Einladung annehmen«, riet sie mir so aufgekratzt, als wäre sie es, der ein Date mit Beckstein bevorstand.
   Nun war der Moment gekommen, an dem ich Linda um Hilfe bitten musste. Ich erzählte ihr von der Peinlichkeit in der Kantine und von meinem unbezähmbaren Wunsch, Richard jetzt doch kennenzulernen. Ich schlug ihr vor, etwas über sein Privatleben herauszufinden. Sie konnte Dr. Feist fragen, schließlich war Linda eine verheiratete Frau.
   Linda wand sich. »Wie stellst du dir das vor? Ich kann Dr. Feist gern fragen, das ist das kleinste Problem. Nur, wenn du weißt, wo er wohnt, was soll es nützen? Willst du demonstrativ vor seinem Haus hin- und herlaufen?«
   Ich schluckte. Eigentlich hatte ich geglaubt, Linda würde sofort aufspringen und die Auskünfte einholen. Stattdessen wiegelte sie ab. Sie musste die Enttäuschung in meinem Gesicht gesehen haben und lenkte ein. »Ich habe eine bessere Idee. Du musst ihm auf neutralem Boden begegnen. Sonst wird es nachher nur wieder peinlich.« Linda drückte kurz, wie zur Ermunterung, meine Hand. »Ich werde zu Dr. Ritterbach gehen und ihn bitten, dass er dich die bestellten Injektionen mit den Narkotika von Burina vorab persönlich holen lässt, da wir nicht bis zur Lieferung durch den Boten warten können. Dann bist du auf sicherem Terrain. Du musst einen Weg finden, Beckstein zu sehen. Meinst du, du kannst das?«, fragte sie mich fast mütterlich.
   Ich zuckte mit den Schultern. »Klar, warum soll ich das nicht schaffen? In Ordnung. Ich denke, das ist ein guter Anfang. Danke, Linda. Ich zähl auf dich.«
   Linda stand auf. »Ich mach mich auf den Weg zu Ritterbach, um die Sache einzuleiten, Gilla. Du hörst von mir im Laufe des Tages.« Sie zwinkerte mir aufmunternd zu und ging hinaus.
   Beim gemeinsamen Mittagessen flüsterte mir Linda zu, dass ich eine E-Mail im Postfach finden würde. Die Nachricht würde alle Details zum bevorstehenden Ausflug in die Burina AG enthalten. Offen darüber reden konnten wir nicht, da immer mehrere Kollegen mit am Tisch saßen.
   In drei Tagen stand keine Operation auf meinem Dienstplan. An diesem Tag würde ich nach Tuttlingen, dem Sitz der Burina AG, fahren. Die gut einhundert Kilometer südlich in Richtung Bodensee wollte ich mit dem Wagen zurücklegen.
   Dr. Ritterbach stellte mich für den gesamten Tag frei. Jetzt musste nur noch Richard anwesend sein. Daran, dass er unter Umständen nicht in der Firma sein würde, wollte ich keinen Gedanken verschwenden. Viel wichtiger war die Frage: neue Bluse oder zum Friseur?
   Ich entschied mich für Letzteres, ein paar gute Oberteile besaß ich noch aus besseren Zeiten.
   Außerdem wollte ich nicht völlig overdressed bei einem geschäftlichen Anlass auftreten.